Was ist passiert?
Nick Timiraos, der Wall-Street-Journal-Reporter, bekannt als „Fed-Flüsterer“, schreibt, dass der Fed-Vorsitzende Kevin Warsh in seiner ersten großen Jackson-Hole-Rede in dieser Woche vor einer Kernfrage stehen wird: Ob die hartnäckig hohe US-Inflation das Ergebnis einmaliger Schocks wie Zölle und Kriege ist oder ein Zeichen dafür, dass die Wirtschaft immer noch überhitzt ist. Diese Einschätzung, so Timiraos, wird direkt die Richtung der Zinssätze bestimmen und ist der größte Dissens innerhalb der Fed derzeit.
Warum ist das für den Markt wichtig?
Laut WSJ-Analyse unterstützten drei Beamte eine Zinserhöhung beim Juli-Treffen, während andere die Möglichkeit weiterer Straffung signalisierten. Warsh hat sich bisher einer klaren öffentlichen Festlegung entzogen. Seit seinem Amtsantritt hat er die politische Kommunikation bewusst zurückgefahren, und sowohl Marktteilnehmer als auch Fed-Kollegen warten nun auf seine erste systematische Erläuterung seiner Denkweise.
Timiraos merkt an, dass Warshs Amtszeit letztlich davon abhängen wird, wie er erklärt, warum die Politik seines Vorgängers die Inflation nicht auf 2% zurückführen konnte. Wenn die Zinssenkungen und Beschäftigungsunterstützungsmaßnahmen der letzten zwei Jahre ein Fehler waren, weil der Arbeitsmarkt tatsächlich stärker war als von der Fed angenommen, dann müsste Warsh darauf drängen, diese Senkungen rückgängig zu machen. Das würde mit früheren Forderungen von Trump und Bessent nach weiteren Zinssenkungen kollidieren.
Worauf Trader achten sollten
Die Jackson-Hole-Rede wird ein Schlüsselereignis für die Zinserwartungen sein. Eine hawkische Botschaft könnte die Volatilität bei risikoreichen Anlagen, einschließlich Kryptowährungen, erhöhen und die intraday-spekulativen Positionen erschüttern, während ein gemäßigter Ton Bedenken zerstreuen und die liquiditätsgetriebene Nachfrage nach risikoreicheren Märkten stützen könnte.